Charlotte McConaghys Roman "Zugvögel" (übersetzt von Tanja Handels) spielt in einer Welt, in der 80% Prozent der Wildtiere ausgestorben sind. Sie haben die Umweltzerstörung und den Klimawandel nicht überlebt, sie haben den Menschen nicht überlebt. Es gibt noch eine letzte Kolonie Küstenseeschwalben und diese Zugvögel möchte die willensstarke Protagonistin Franny Stone auf ihrem wohl letzten Flug von Grönland in ihre Brutplätze in der Antarktis unbedingt begleiten. Nach monatelanger Suche finden sie den Kapitän Ennis Malone, der sie auf seinem Fischkutter, der Saghani, auf diese gefährliche und abenteuerliche Reise mitnimmt. Die Besatzung des Kutters hofft auf einen letzten großen Fang, Franny auf so etwas wie Erlösung. Denn Franny ist nicht nur eine passionierte Vogelfreundin mit starkem Freiheitsdrang, sondern auch eine Frau, die in ihrer Vergangenheit mit tragischen Verlusten, Abschieden und Katastrophen umgehen musste und von Schuldgefühlen getrieben wird. Und so wird die lange, gefährliche Seereise entlang der Küste Amerikas auch eine lange, gefährliche Reise zu sich selbst.

„Zugvögel“ ist eine unvergessliche Geschichte mit einer unvergesslichen Heldin. Spannend erzählt, ist der Roman zugleich Abenteuer- und Liebesroman, Ökoparabel, Mutter- und Vatersuche. Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin dem Leser nach und nach Frannys Vergangenheit offenbart. Was ist nur passiert, was ist Frannys Motivation? Ganz wunderbar sind auch die Szenen auf dem Fischkutter mit der bunten Crew raubeiniger Exzentriker und Träumer. Trotz der düsteren Zeichnung unserer Welt in der Zukunft ist das Buch auch eine Ode an die Schönheit der Natur. Ganz klare Leseempfehlung!

 

 

Gebunden, 22,-- EUR *)

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