Mechthild Borrmanns neuer Roman beginnt 1945 mit Ende des 2. Weltkrieges und spielt im deutsch-belgischem Grenzgebiet. Hauptdarsteller sind die jugendliche Henni und ihre jüngeren Geschwister. Die Familie ist arm und als die Mutter plötzlich stirbt, übernimmt Henni die Verantwortung für ihre Geschwister, kümmert sich um sie und bestreitet wie viele andere aus dem Dorf aus der Not heraus mit Kaffeeschmuggel den Lebensunterhalt der Familie. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester, ebenfalls im Kaffeeschmuggel aktiv, wird von Zöllnern erschossen. Das Leben von Henni und ihren Geschwistern ändert sich dramatisch. Die „Kriminelle“ Henni kommt in eine Besserungsanstalt, die jüngeren Geschwister in ein kirchliches Heim. Dort stirbt der jüngste Bruder an einer Lungenentzündung. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit … . Nach dem Entlassen Hennis aus der Besserungsanstalt, wird sie Zeit ihres Lebens um Gerechtigkeit kämpfen und versuchen, den Tod ihres Bruders aufzuklären. Dabei wird sie, mit ihrer „kriminellen“ Vergangenheit, immer wieder mit Vorurteilen überschüttet. Trotzdem wird sie ihren Weg gehen, findet ihr Glück, bis die Vergangenheit sie eines Tages einholt und sie wieder zu Unrecht beschuldigt wird.
Die Autorin lässt das Leben von Henni zum großen Teil von Elsa, einer Freundin aus Kindertagen rückblickend erzählen. Wir schreiben das Jahr 1970. Elsa fährt regelmäßig zum Gericht um einen Prozess zu verfolgen. Angeklagt ist ihre alte Freundin Henni – wegen Mordes.
Mechthild Borrmann ist mit „Grenzgänger“ ein packender wie sehr aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte. Es ist die tragische Lebensgeschichte einer lebenshungrigen Frau, die ihrer Jugend beraubt wird, der viel Unrecht geschieht, die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt. Die Geschichte hat mich sehr mitgenommen!

 

Gebunden, 20,-- EUR *)

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