„Feinde“ ist der Debütroman von Susanne Saygin. Sie hat fünf Jahre zum Thema Roma, Korruption und Menschenhandel recherchiert.
Für den türkischstämmigen Polizisten Can fängt alles mit einem Doppelmord an zwei jungen Männern im Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an. Da kein potentieller Zeuge redet, gestalten sich die Ermittlungen als sehr zäh, offenbar handelt es sich um eine Art Roma-interne Angelegenheit, die niemanden etwas angeht. Aber eins ist Can dann doch schnell klar: Der Doppelmord ist eine Warnung an andere. Doch wofür? Dann tritt der große Unbekannte auf und Cem wird ausgebremst, darf nicht mehr ermitteln. Cem ermittelt undercover weiter, geht bis an seine persönlichen Grenzen und darüber hinaus. Wir begleiten ihn dabei auf einer Reise vom wohlsituierten Deutschland in das Armenhaus Europas nach Rumänien. Was er dort erfährt nimmt einem den Atem und macht unglaublich wütend.
Gleichzeitig ist dieser Krimi ein Liebesroman, wenn auch nicht der zuckersüßen Art. Can ist schon lange in seine Mitbewohnerin Isa verliebt, die mehr als nur ein Geheimnis hat und irgendwie in den Fall verwickelt zu sein scheint. Die komplizierte Beziehung der beiden wird überwiegend in Rückblenden erzählt und nimmt einen großen Raum ein.
„Feinde“ ist ein sehr gradliniger Krimi in einer sehr klaren Sprache. Was ihn besonders macht, ist die Reduzierung. Er wird konsequent nur aus der Sicht von Can erzählt und überhaupt gibt es nur zwei Hauptpersonen, alles andere sind Randfiguren. Sieht man über Cans anfängliche Kopfschmerzen hinweg (zu Beginn könnte der Krimi auch „Aspirin“ heißen) hat man einen hervorragenden politischen Krimi.

 

Kartoniert, 12,99 EUR *)

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