• karin2015
Alle unsere Empfehungen ansehen

 *): Preisangaben: Irrtum vorbehalten

 

 

Lange habe ich nicht mehr so einen kurzweiligen, spannenden und informativen Thriller gelesen wie „Der bleierne Sarg“ des Politik-Journalisten Thomas Frankenfeld. Und darum geht es: Bei Bauarbeiten an einer Wedeler Kirche wird ein bleierner Sarg entdeckt. Stunden später stirbt einer der Handwerker einen qualvollen Tod. Offenbar hat ein tödlicher Erreger (Corona ist nichts dagegen) aus den Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs mehr als drei Jahrhunderte in dem Sarg überdauert. Schlimm genug, aber es kommt noch schlimmer: Eine Terror-Organisation bringt den Erreger an sich und droht mit einem Anschlag auf die Millionenstadt Hamburg. In einem verzweifelten Rennen gegen die Zeit versuchen der Archäologe Tristan Lindberg und die Hauptkommissarin Becca Shahin die Drahtzieher aufzuspüren und zugleich uralte Aufzeichnungen zu finden, die bei der Entwicklung eines Medikaments helfen können. Währenddessen sterben immer mehr Menschen…

Bioterrorismus gilt neben dem Atomkrieg als größte Gefahr für die Menschheit. Gekonnt hat Thomas Frankenfeld diese Bedrohung in einen erschreckend aktuellen und packenden Thriller verpackt. Mich hat es echt gegruselt. Zwischendurch kann man aber bei den kleinen historischen Exkursionen, die u.a. auf die Barmstedter Schlossinsel und nach Louisenlund führen, immer wieder durchatmen. Und die Liebe kommt auch nicht zu kurz. Absolute Leseempfehlung!

 

 

Taschenbuch, 9,95 EUR *)

Kaufen

 

 

„Tage mit Felice“ von Fabio Andina ist das Buch zum Runterkommen. Der namenlose Icherzähler berichtet darin vom scheinbar ereignisarmen Alltag des neunzigjährigen Felice, einem Eigenbrötler, den er begleitet und der mit der Welt seinen Frieden gemacht hat. Schauplatz ist ein Bergdorf im schweizerischen Tessin, das sich mit dem Nachbarn Italien kulturell stark verbunden fühlt. Felices Tag beginnt Sommer wie Winter meist vor dem ersten Hahnenschrei mit einem Bad in einem eiskalten Gebirgsbach. Danach wird gefrühstückt und Holz gehackt. Mal geht es in die Bar, um Neuigkeiten auszutauschen, mal in den Nachbarort zum Mittagessen. Gemüse wird geerntet, Pilze werden gesammelt und mit der Nachbarin gegen Käse getauscht. Überhaupt steht der Tauschhandel in Felices Dorf hoch im Kurs. Wunderbar sind die Pausen auf der Granitbank vor dem Haus. Dann noch eben die Gaskartusche bei Vittorina austauschen. Der wortkarge Felice hat immer etwas zu tun, und fast immer tut er etwas für andere.

„Tage mit Felice“ ist ein minimalistisch erzählter Roman über die Kunst des einfachen Lebens und zugleich das Porträt eines Bergdorfs mit seinen Bewohnern, von denen nicht wenige über Achtzig sind. Fabio Andina schildert keine Idylle, die Bewohner sind den Härten der Jahreszeiten ausgesetzt und niemand hat ein leichtes Auskommen. Und doch ist da eine starke Gemeinschaft, die Leben und Tod teilt und niemanden zurücklässt. Während und nach der Lektüre fühlte ich mich erfrischt und entschleunigt. Was ist denn wirklich wichtig und wie führe ich ein gutes Leben? Felice hilft auf jeden Fall bei der Beantwortung dieser Fragen!

 

 

Gebunden, 24,-- EUR *)

Kaufen

 

 

Es ist der Sommer des Jahres 1925. Die Schriftstellerin Charlotte und ihre Lebensgefährtin Ellen reisen nach Rockcliff Isle, eine Insel vor der kanadischen Atlantikküste. Charlotte will an ihrem neuen Roman arbeiten, Ellen das gemeinsame Sommerhaus einrichten. Bei der Ankunft im Hafen lernen sie den Ornithologen Crawford Maker kennen, der einen toten Albatros unter dem Arm trägt. Schon am nächsten Tag besucht Ellen ihn in seiner Werkstatt, wo Crawford den Vogel präpariert. Sie fühlt sich erinnert an ihre kurze Karriere als Bildhauerin, die sie für Charlotte aufgegeben hat. Ellen beginnt, Crawford in seiner Arbeit zu unterstützen und in ihr keimt die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie in der Beziehung zu Charlotte lange hat missen müssen. Crawford erkennt ihr Talent und sucht immer häufiger ihre Nähe. Und auch Ellen fühlt sich zu Crawford hingezogen.

Ellens Weg zur Selbstfindung und Selbstbehauptung ist ruhig und einfühlsam beschrieben. Es ist nicht nur ein Künstlerroman, sondern auch eine Geschichte über die Liebe, die man lebt und die, die man sich versagt. Ein richtig schönes Buch!

 

 

Gebunden, 22,-- EUR *)

Kaufen

 

 

Renée Ballard arbeitet als Detective in der Millionenstadt Los Angeles. Als Mitglied der "Late Show" hat sie ausschließlich Nachtschichten, fünf Tage die Woche. Normalerweise ist sie, gemeinsam mit ihrem Partner Jenkins, nachts als Erste am Ort des Verbrechens, nimmt den Fall auf, um ihn dann am Morgen der entsprechenden Abteilung zu übergeben. Für eine begabte und ehrgeizige Ermittlerin nicht immer einfach, nur selten kann sie einen Fall zu Ende bringen. Doch eines nachts hat sie gleich zwei Fälle, die sie nach Schichtende beschäftigen: Eine junge Frau wurde halbtot auf der Straße gefunden, und in derselben Nacht hat ein Mann fünf Menschen in einem Nachtclub erschossen. Renée Ballard beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.


Michael Connelly bietet dem Leser tiefe Einblicke in die Organisation und Arbeitsweise der amerikanischen Polizei, fast wie in einer Dokumentation. Mit "Late Show" hat er einen großartigen, klassischen Polizei-Krimi geschrieben. Ich bin begeistert!

 

Gebunden, 19,90 EUR *)

Kaufen

 

 

„Feinde“ ist der Debütroman von Susanne Saygin. Sie hat fünf Jahre zum Thema Roma, Korruption und Menschenhandel recherchiert.
Für den türkischstämmigen Polizisten Can fängt alles mit einem Doppelmord an zwei jungen Männern im Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an. Da kein potentieller Zeuge redet, gestalten sich die Ermittlungen als sehr zäh, offenbar handelt es sich um eine Art Roma-interne Angelegenheit, die niemanden etwas angeht. Aber eins ist Can dann doch schnell klar: Der Doppelmord ist eine Warnung an andere. Doch wofür? Dann tritt der große Unbekannte auf und Cem wird ausgebremst, darf nicht mehr ermitteln. Cem ermittelt undercover weiter, geht bis an seine persönlichen Grenzen und darüber hinaus. Wir begleiten ihn dabei auf einer Reise vom wohlsituierten Deutschland in das Armenhaus Europas nach Rumänien. Was er dort erfährt nimmt einem den Atem und macht unglaublich wütend.
Gleichzeitig ist dieser Krimi ein Liebesroman, wenn auch nicht der zuckersüßen Art. Can ist schon lange in seine Mitbewohnerin Isa verliebt, die mehr als nur ein Geheimnis hat und irgendwie in den Fall verwickelt zu sein scheint. Die komplizierte Beziehung der beiden wird überwiegend in Rückblenden erzählt und nimmt einen großen Raum ein.
„Feinde“ ist ein sehr gradliniger Krimi in einer sehr klaren Sprache. Was ihn besonders macht, ist die Reduzierung. Er wird konsequent nur aus der Sicht von Can erzählt und überhaupt gibt es nur zwei Hauptpersonen, alles andere sind Randfiguren. Sieht man über Cans anfängliche Kopfschmerzen hinweg (zu Beginn könnte der Krimi auch „Aspirin“ heißen) hat man einen hervorragenden politischen Krimi.

 

Kartoniert, 12,99 EUR *)

Kaufen