Wer -wie zur Zeit wohl fast alle- denkt, wir lebten in Krisenzeiten, die schlimmer nicht sein können, der sollte dieses Buch lesen und feststellen, dass es sehr wohl noch schlimmer sein kann.

Deutschland 1923, also vor fast einhundert Jahren: Franzosen und Belgier haben große Teile des Ruhrgebiets besetzt, weil Deutschland mit seinen Reparationsleistungen nicht hinterherkam bzw. nicht hinterherkommen konnte, da die galoppierende Inflation es unmöglich machte, auskömmlich zu wirtschaften. Das wiederum verstärkte die Inflation. Zu den wirtschaftlichen Wirren kommen politische: Es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände, große Teile der Gesellschaft radikalisieren sich nach links und nach rechts, Hitler versucht in München zu putschen. Das Geld zerrinnt den Menschen zwischen den Fingern, im Oktober und November werden Gehälter in Waschkörben voller Geld gezahlt, das sofort ausgegeben werden muss, weil es Stunden später nichts mehr wert sein wird.

Christian Bommarius hat Zeitungen, Tagebücher und andere Veröffentlichungen jener Zeit erforscht und daraus eine chronologische Collage gemacht. Er begleitet Menschen wie Hans Fallada oder Joseph Goebbels, Krisengewinnler und -verlierer durch dieses Jahr, das prägend sein sollte für den weiteren Verlauf der deutschen und europäischen Geschichte.

 

Gebunden, 24,--  EUR *)

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