Ein Dorfroman aus dem brandenburgischen Nirgendwo, auf den ersten Blick. Bei genauem Hinsehen - und man liest automatisch genau, weil man nicht mehr aufhören möchte-  wird hier ein Dorf, eine Lebensgemeinschaft, bis in seine kleinsten Strukturen zerlegt, werden Geflechte, Interessen, Eigenheiten, Herkunft und Konflikte der Dorfbewohner bis ins Kleinste seziert und kommentiert.

Der kleine Ort Unterleuten ist ein Mikrokosmos, ein Abbild der großen Gesellschaft im Kleinen: Da ist der Bürgermeister, der von allen als Marionette des örtlichen Großgrundbesitzers gehalten wird. Dieser wiederum hatte nach der Wende als Einziger den Mut, die brachliegende LPG zu übernehmen und weiterzuführen. Das wird ihm jedoch von den einstigen Linientreuen bis heute als Machtgeilheit und Großmannsucht nachgetragen. In diese Welt stoßen einige Zugereiste, meist junge Städter, die das romantische Dorfleben verklären und sich hier in der Einöde zu verwirklichen hoffen.

 

Als ein Investor eine Groß-Windanlage auf dem Gebiet des Dorfes plant, beginnt diese brisante menschliche Gemengelage zu schwelen, und einige müssen aufpassen, dass ihnen nicht alles bisher Erreichte und die Zukunft um die Ohren fliegt.

Ein großartig und klug erzählter Roman von Julie Zeh. Mein absolutes Highlight in diesem Jahr!

 

gebunden, 24,99 EUR *)
 
 
 
 

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